29.9.05
Da steppt der Papst im Kettenhemd
Ich habe heute ein Diktat geschrieben, einen Sachkundetest vorbereitet, Englisch korrigiert, einen Aufsatz kritisiert und ein Plakat vorbereitet. Nein, ich bin keine Lehrerin nur Mutter von drei Kindern. Das macht einen völlig fertig, wenn man meint, man muss für alle da sein. Mir fiel ein, dass ich noch die Sommerbilder einlesen wollte, die mich so fasziniert haben. Das Fröschlein war ein echter Laubfrosch, den Anne Marie gesehen hatte. Sie sieht von uns allen am schlechtesten und hat einen starken Knick in der Optik, wie sie das kleine Grün inmitten der Gräser entdecken konnte, war uns allen ein Rätsel.
Da fehlt ein Photo von unserem Marsch auf die Schneekoppe. Wir haben in unserem Sommerurlaub einen Tag im Riesengebirge zugebracht. Anschließend waren wir bedient. Als wir loszogen, waren tausend Menschen vor uns, zweitausend hinter uns und fünftausend kamen aus allen Himmelsrichtungen. Der Hund war völlig fertig. Und mir bleibt nur zu sagen: "Auf dem Gipfel, da steppt der Papst im Kettenhemd." Meine polnische Freundin Eva hat mir dann zu Hause erzählt, dass es in Polen zentrale Ferien gibt und wir wohl Pech hatten. Die Schneekoppe ist außerhalb der Saison nicht so überlaufen.
Die Stabkirche am Ausgangspunkt unserer Wanderung wurde tatsächlich von Norwegen nach Polen gebracht. Wir haben dies festgestellt, als wir uns mit Raiffeisen beschäftigt haben. Der war tatsächlich auch an dieser Stelle und beschrieb das Kirchlein. Ich bin ein großer Freund von Raiffeisen und mein Wunsch wäre es, Raiffeisen und Marx vergleichend zu betrachten, die als Zeitgenossen in relativer räumlicher Nähe so unterschiedliche Anschauungen entwickelt haben. Raiffeisen lebte und wirkte im Westerwald. Marx war als Trierer nicht weit entfernt.
Der Zustand des Waldes hat uns erschüttert, aber ich meine mich zu erinnern, dass die Abgase aus Tschechien die Wälder im Riesengebirge zerstören. Es wird überall Braunkohle verbrannt. Da fehlen einem die Worte!Mir bleibt heute nur noch ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken. Morgen um 22.00 Uhr werde ich bei einer Harry Potter Gruselführung als Schlusslicht laufen. Mein ehemaliger Geschichtslehrer läuft als Nachtwächter vorneweg. Ich werde als Hexe gehen. Er meinte zum Redakteur der WW-Zeitung, dass ich mich dazu nicht verkleiden brauche. Ein Mann mit Witz und Charme! Wir werden mit mehr als 40 Kindern durch Montabaur laufen und etwas von der Geschichte unserer Heimatstadt erzählen. Anschließend wird in der hiesigen Buchhandlung gebastelt und gefuttert. Den neuen Harry Potter gibt es ab 00.00 Uhr. Da wir am Samstag Paulchens Geburtstag feiern, wird es wohl nichts mit dem Lesen.
25.9.05
Fotoshooting in Montabaur

Da parken wir am Samstag in Montabaur und werden mit merkwürdigem Blick betrachtet.
Na klar, wir passen nicht so recht ins 21. Jahrhundert, aber mittlerweile muss doch hier jeder wissen, dass der Kaiser kommt. Das eine oder andere Mal haben wir uns dann auch zu unserer Verkleidung geäußert, die nicht so ganz stimmig und stilecht ist, aber wir mussten doch Photos für die Kostümführungen machen! Hugo ist mit den Bildern nicht so ganz zufrieden, aber für mein dummes Gesicht kann er ja nun wirklich nichts. Auch bin ich nicht bereit, auf meine Augengläslein zu verzichten. Mittelalter hin oder her, ich muss den Gästen doch zeigen können, worauf sie blicken sollen.

Mein Favorit für den Zeitungsbericht ist das Bild mit Anne Marie vor dem Werbhaus. Gerne hätten wir friedliche Passanten mit auf das Bild gebannt, aber es gab keinen Menschen, der bereit gewesen wäre, als Statist mitzumachen.
Mal schauen, ob wir nochmals losziehen und vorher einige Eingeweihte zum Fotoshooting einladen.
Ach, Eingeweihte, also biggi, mal ehrlich, ich bin richtig geplättet, was ich da heute hinbekommen habe. Mal schauen, ob der Vorgang in den kommenden Tagen auch reproduzierbar ist.
21.9.05
Görlitz

Während unseres Urlaubs in der Lausitz haben wir eine Fahrt nach Görlitz gemacht zum mittelalterlichen Altstadtfest. Für Anne Marie war es aber zwischendurch auch mal weniger spassig, sie hat uns nämlich verloren. Zwischen hunderttausend Menschen ist uns ein Kind abhanden gekommen. Nun sind wir ja keine kleine Familie, wir schwärmten aus und Hugo, der als Leuchtturm mit Hund Position behielt, hörte dann das klägliche Wimmern. Uns allen ist das Herz ziemlich in die Hose gerutscht und wir haben uns beim Spitzenklöppeln erstmal entspannt.
Klöppeln

Leider gab es nur wenig handwerkliche Tätigkeiten zu bewundern, aber die Spiteznklöpplerin war sehr freundlich. Sie hat uns einiges erzählt und war auch nicht sauer, dass die Geschäfte nicht gut laufen. Sie gehörte zu einer Görlitzer Gruppe, die einfach nur dabei war, um den Markt zu bereichern. Das ist ihnen auch gelungen!
Bogenschießen und Messerwerfen

klar, das war Paul Christophers Ding. Wir waren erstaunt, mit welchem Ernst er an das Bogenschießen ging. Klara hat es ihm nachgemacht und auch getroffen.
Schade, dass niemand, wirklich niemand in der Marktsprache gesprochen hat. Ich wollte doch lauschen und lernen. Nun steh ich alleine da und muss meine Sprache selbst einstudieren.
Also, seyd gegruesset Ihr Nachteulen und Lumpenpack, sitzet Ihr wieder vor Euren magischen Kästen, schauet die Bildlein und wartet auf Nachrichten? Tuet mir gleich und suchet die Bettstatt auf, der morgige Tag wird Euch fordern mit allerley Plag!

Während unseres Urlaubs in der Lausitz haben wir eine Fahrt nach Görlitz gemacht zum mittelalterlichen Altstadtfest. Für Anne Marie war es aber zwischendurch auch mal weniger spassig, sie hat uns nämlich verloren. Zwischen hunderttausend Menschen ist uns ein Kind abhanden gekommen. Nun sind wir ja keine kleine Familie, wir schwärmten aus und Hugo, der als Leuchtturm mit Hund Position behielt, hörte dann das klägliche Wimmern. Uns allen ist das Herz ziemlich in die Hose gerutscht und wir haben uns beim Spitzenklöppeln erstmal entspannt.
Klöppeln

Leider gab es nur wenig handwerkliche Tätigkeiten zu bewundern, aber die Spiteznklöpplerin war sehr freundlich. Sie hat uns einiges erzählt und war auch nicht sauer, dass die Geschäfte nicht gut laufen. Sie gehörte zu einer Görlitzer Gruppe, die einfach nur dabei war, um den Markt zu bereichern. Das ist ihnen auch gelungen!
Bogenschießen und Messerwerfen

klar, das war Paul Christophers Ding. Wir waren erstaunt, mit welchem Ernst er an das Bogenschießen ging. Klara hat es ihm nachgemacht und auch getroffen.
Schade, dass niemand, wirklich niemand in der Marktsprache gesprochen hat. Ich wollte doch lauschen und lernen. Nun steh ich alleine da und muss meine Sprache selbst einstudieren.
Also, seyd gegruesset Ihr Nachteulen und Lumpenpack, sitzet Ihr wieder vor Euren magischen Kästen, schauet die Bildlein und wartet auf Nachrichten? Tuet mir gleich und suchet die Bettstatt auf, der morgige Tag wird Euch fordern mit allerley Plag!
Meilensteine
Da stelle ich immer wieder fest, was andere für tolle Sachen in ihren weblogs oder homepages machen, aber langsam, wirklich nur ganz langsam schaffe ich auch das ein oder andere Steinchen in das html puzzle zu setzen. Für mich haben die Steinchen die Größe eines Ayers Rock und ich freue mich wie unsere Anne Marie über den Umi Stempel unter ihren Hausaufgaben, wenn ich so einen Felsbrocken erklommen habe.
Anne Marie bekommt für richtig gelöste Matheaufgaben, die sauber untereinander stehen einen roten Bärenstempel. Mir hat keiner einen Bärenstempel ins weblog gemacht, aber ich habe unter "edit me" meine ersten links eingegeben. Nein, mir hat keiner geholfen, ich hab´s alleine gefunden.
Nun muss ich mal gucken, ob ich das auch im Text hinbekomme. Also ohne biggi hätte ich das nie geschafft. Ich freue mich, immer von Dir zu hören und greife voller Schwung und Elan Deine Tipps auf, auch wenn ich völlig überfordert bin. Html ist für mich ungefähr so verständlich wie polnisch! Aber es scheint machbar!
So, nun noch ein guter Cabernet und dann der Versuch Bilder aus Görlitz einzulesen!
Anne Marie bekommt für richtig gelöste Matheaufgaben, die sauber untereinander stehen einen roten Bärenstempel. Mir hat keiner einen Bärenstempel ins weblog gemacht, aber ich habe unter "edit me" meine ersten links eingegeben. Nein, mir hat keiner geholfen, ich hab´s alleine gefunden.
Nun muss ich mal gucken, ob ich das auch im Text hinbekomme. Also ohne biggi hätte ich das nie geschafft. Ich freue mich, immer von Dir zu hören und greife voller Schwung und Elan Deine Tipps auf, auch wenn ich völlig überfordert bin. Html ist für mich ungefähr so verständlich wie polnisch! Aber es scheint machbar!
So, nun noch ein guter Cabernet und dann der Versuch Bilder aus Görlitz einzulesen!
19.9.05
Preisverleihung in Eckenroth am 6. September 2005

Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als im Juni ein Brief der Eckenroth-Stiftung ins Haus flatterte. Klara hatte an einem landesweiten Schreibwettbewerb teilgenommen und tatsächlich mit neun weiteren Kindern gewonnen. Der Titel ihrer Geschichte lautet: "Mit Oma wurde alles anders" und erzählt davon, wie der Einzug unserer demenzkranken Oma unser Leben verändert hat. Die Geschichte gibt es natürlich im Internet zu lesen unter eckenroth-stiftung.de.Dort muss man unter Preisgeschichten 2005 lesen. Ein Blick lohnt sich, denn es gibt da erstaunliche Stories! Klara waren die 50 Euro Preisgeld sehr wichtig, beeindruckt ist sie allerdings auch von der Tatsache, dass sie ihre Geschichte auf der Frankfurter Buchmesse vorlesen darf. Sie hofft natürlich darauf, Cornelia Funke zu begegnen, aber ich denke, dass sie auch nur Freude am Stöbern und Staunen haben wird. In den nächsten beiden Jahren ist Klara im Förderprogramm der Stiftung und bekommt regelmäßiges Schreibtraining mit den anderen Preiskindern. Ihr hat das erste Arbeitswochenende im Anschluß an die Preisverleihung in Eckenroth großen Spaß gemacht und sie hofft weiter schreiben zu dürfen.
14.9.05
Herbst im Westerwald
Da sind wir wieder, die Ferien sind zu Ende, der Alltag hat uns mit Macht eingeholt und wieder pfeife ich aus dem letzten Loch. Gleich zu Beginn der Ferien bin ich in den Osten und haben in Opas Häuschen gearbeitet. Das Kinderzimmer haben wir hergerichtet und im Wohnzimmer gestrichen. Zwei Wochen später sind wir alle hin und haben einen wunderschönen Urlaub verbracht. Ich werde noch davon berichten unter dem Titel "Aufbau Ost". Allerdings hatten wir auch viel Spass, wir haben die Schneekoppe bestiegen, die Spree befahren, Einsiedel besucht und Görlitz (Man beachte die Reihenfolge!).
Seit fast zwei Wochen sind wir wieder zu Hause und nun geht alles seinen gewohnten Gang. Ich konnte bereits zwei Führungen machen und hatte bei beiden großen Spass.
Morgen werde ich mein Kleid anprobieren und ich hoffe, dass die Schneiderin es bis zum 30. September ändert. In dieser Nacht werden die Kinder mit mir auf einer Nachtwanderung in Harry Potter Verkleidung durch Montabaur laufen und anschließend bei Butterbier und Bertie Botts Bohnen Zauberkunst genießen.
Ich stehe ein wenig unter Druck, habe ich doch zugesagt, am 30. Oktober die erste Führung im historischen Kostüm im Westerwald zu machen. Beinahe wäre die Show noch daran gescheitert, dass ich kein Kostüm bekommen habe, aber mit der Schneiderin aus Königsstein scheint es dann zu klappen und sie wird mir Rock und Ärmel so kürzen, dass ich nicht aussehe wie in den Sack gesteckt, sondern die wohlgekleidete Gestalt einer Bürgersfrau des späten Mittelalters annehme.
Für die kommenden Tage werde ich nun die Photos vom Pc auf den Stick laden und los geht es und Berichte werden folgen von den Taten der letzten beiden Monate.
Seit fast zwei Wochen sind wir wieder zu Hause und nun geht alles seinen gewohnten Gang. Ich konnte bereits zwei Führungen machen und hatte bei beiden großen Spass.
Morgen werde ich mein Kleid anprobieren und ich hoffe, dass die Schneiderin es bis zum 30. September ändert. In dieser Nacht werden die Kinder mit mir auf einer Nachtwanderung in Harry Potter Verkleidung durch Montabaur laufen und anschließend bei Butterbier und Bertie Botts Bohnen Zauberkunst genießen.
Ich stehe ein wenig unter Druck, habe ich doch zugesagt, am 30. Oktober die erste Führung im historischen Kostüm im Westerwald zu machen. Beinahe wäre die Show noch daran gescheitert, dass ich kein Kostüm bekommen habe, aber mit der Schneiderin aus Königsstein scheint es dann zu klappen und sie wird mir Rock und Ärmel so kürzen, dass ich nicht aussehe wie in den Sack gesteckt, sondern die wohlgekleidete Gestalt einer Bürgersfrau des späten Mittelalters annehme.
Für die kommenden Tage werde ich nun die Photos vom Pc auf den Stick laden und los geht es und Berichte werden folgen von den Taten der letzten beiden Monate.
