31.12.05

Mer hot dem Patekend det Neijohr gebrocht

Um irschte Doch im neue Johr,
kome, weil et Brauch su wor,
Pat un Got zum Kaffeetrenke
un ihr Patekend beschenke.

De Besuch, dot wor bekannt,
hot mer "Et Neijohr brenge" genannt.
Mir wusste ach, dass jedes Johr
beim "Neijohr" e klaaner Brezel bei wor.

Dot hot us Oma of en Gedanke gebrocht,
den hot se ach gleich wohr gemocht.
Hot net lang dovun verzallt
un beim Bäcker en gruße Brezel bestallt.
Hot ihr Kenner, ihr Enkel un all' ihr Lej,
fir Silvester nomedochs um drei
zum Kaffeetrenke igelore
un den Brezel ugebore.

Dot wor bei us vir fuffzisch Johr.
Un seitdem es in jedem Johr
un Silvester nomeddochs um drei,
beim Kaffee a grußer Brezel dabei.
Ihr sollt den Brezel ach mol sehj,
dem doun eisch auch e Bild dabei.

(Liesel Jacob in der Mundart von Salz)

Wir wünschen Euch allen ein gutes Neues Jahr!

30.12.05

Karin von der Post

Das ist Karin: Sie ist unsere Postbotin. Trotz heftiger Gegenwehr ist es uns gelungen, ein Foto von ihr zu schießen mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht.

Karin wird in den kommenden Tagen einen Wäschekorb mit Antwortkarten auf unser diesjähriges Preisausschreiben in unserem Weihnachtsrundbrief an unsere Haustür tragen. Sie lächelt noch, denn bisher brauchte sie den bereitgestellten Wäschekorb noch nicht zu füllen.

Also zum Jahresende nochmals unser Wunsch: Packt den Rundbrief aus dem Umschlag, nehmt die Lupe zur Hand und sucht unsere Köpfe auf den beigefügten Fotos. Wir wünschen viel Glück bei der Suche und stellen auch Trostpreise für die besonders Bemühten in Aussicht.

28.12.05

Wäschekörbe

Eigentlich sollte hier ein Bild von unserer schweißüberströmten Postbotin Karin abgebildet sein, die einen Wäschekorb mit Antwortpostkarten zu uns an die Haustür trägt. Heute kam Karin, aber ohne den Korb. Sie brachte zwei Antwortkarten aus Boston.
Liebe Martina, Dir gebührt ein dickes Lob. Gestern ging bereits die erste Karte von Dir aus Boston ein. Leider kann ich zu den verschiedenenen Lösungsvorschlägen nichts sagen. Ich möchte ja niemanden auf die falsche oder richtige Fährte führen. Nur soviel sei gesagt: Die Gewinnchancen erhöhen sich nur dann erheblich, wenn man mehrere Karten mit der RICHTIGEN LÖSUNG einschickt. Zählt weiter und sucht mit der Lupe.

26.12.05

O du fröhliche

O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit!

Welt ging verloren, Christ ist geboren:

Freue dich, o Christenheit!


Johannes Daniel Falk

Mit diesem bekannten Weihnachtslied möchte ich Euch liebe Leser ein "Frohes Weihnachtsfest und ein Gutes Neues Jahr" wünschen.

Falk wurde 1768 in Danzig geboren als siebtes Kind eines Perückenmachers. Nach der Grundschule durfte der begabte Bub nicht das Gymnasium besuchen, sondern half im elterlichen Betrieb. Erst im Alter von 16 Jahren konnte er die Schule weiter besuchen und erlangte die Berechtigung zum Studium. Mit einem Stipendium des Danziger Senats nahm er ein Studium der Theologie an der Universität Halle auf. Er kehrte jedoch nie mit einem Studienabschluss zurück. Enttäuscht wandte er sich der Literatur und Altertumswissenschaft zu. In Halle lernte er Caroline Rosenfeld kennen. Mit ihr ging er nach Weimar und fiel vor allem als Publizist von bissigen Satiren auf.

Schon 1813 gründete er "Die Gesellschaft der Freunde in der Not". Von seinen sechs Kindern verlor er nacheinander alle. Die Not der Straßenkinder, die als durch den Krieg verwaist und verelendet waren, rührte ihn sehr. Er gründete in Weimar das Falksche Institut und widmete sich unter vielen Sorgen und großen finanziellen Schwierigkeiten der Betreuung dieser Kinder.

Der Dichter des Liedes soll, als er den Text am Heiligen Abend des Jahres 1816 in Weimar zu Papier brachte, in einer großen Notsituation gewesen sein. Er hatte nichts mehr zu essen für sich und die vielen Münder, die er stopfen musste. Kein Brennholz war mehr im Haus. Er fühlte sich von seinem Herrn verlassen. Da hörte er vor dem Haus ein Poltern und Rumoren. Er ging hinaus und sah einen Berg Holz, einen Sack Kartoffeln und Mehl. Damit war die Versorgung für die große Zahl Menschen in seinem Haus gesichert. Diese Familie bestand aus einer großen Zahl Pflegekinder, die er alle von der Straße geholt hatte. Der Text des Liedes wurde später von Heinrich Holzschuher bearbeitet. Bei der musikalischen Untermalung war Gottfried Herder behilflich, ein Pastor in Weimar und Freund Falks. Dieser soll ihm die sizilianische Weise, ein Madonnenlied gegeben haben. Aber es ranken sich viele Geschichtchen darum, wie Text und Musik zusammen kamen.

25.12.05

Nachspiel mit billy boy oder mea culpa

An der Klagemauer
Anstatt hier ein paar freudige Weihnachtsgrüße zu platzieren, muss ich meine Schuld bekennen. "Mea culpa", rufe ich laut, bin mir aber keiner Schandtaten bewußt! Meine arme Mutter fühlt sich wegen der Geschichte mit billy boy (ich verweise auf einen zurückliegenden Weblogeintrag) verunglimpft. Habe ich doch die Story ins weblog gesetzt, anstatt sie für mich zu behalten. "Mea culpa", rufe ich laut. Nein, ich habe mich nicht über sie lustig gemacht! Lediglich eine nette Geschichte wollte ich den wenigen Menschen erzählen, die hier auf diese Seite stoßen.


Nun nehme ich also die Geißel zur Hand und ... Nach vollbrachter Tat werde ich dann in den nächsten Tagen noch Weihnachtsgrüße loswerden! An dieser Stelle sei aber Christel und Jörg schon mal gedankt, die als erste eine Antwort auf unsere diesjährige Preisfrage im Weihnachtsrundbrief geschickt haben. Unsere Postbotin wartet schon gespannt auf die Flut von Antwortkarten!

16.12.05

Die Post ist raus

Ich habe es geschafft, bis auf zwei Briefe sind alle Weihnachtswünsche aus dem Haus. Wie in jedem Jahr haben wir unseren Weihnachtsrundbrief an all die Menschen verschickt, die uns in den vergangenen Jahren begleitet haben, die uns wichtig sind. In diesem Jahr sind viele Zeitungsartikel erschienen, die unsere Familie im Text erwähnten oder mindestens einen von uns im Bild hatten. Diese habe ich kopiert, zusammengeschnitten und mit eigenen Texten versehen als Grußbotschaft nach Öschelbronn, Erding, Stockholm, Boston, Euskirchen, Pfullendorf, Biberach, Wiesbaden ach und in so viele Orte verschickt. Ich hoffe, dass einige unserer Freunde auch reinschauen und das diesjährige Preisrätsel zu lösen versuchen.
Die Preisfrage lautet: Wie viele Schneiders sind insgesamt auf den Zeitungsphotos im Rundbrief zu sehen.

In Erwartung einer regen Teilnahme am Preisrätsel werden wir unsere Postbotin schonmal einstimmen auf die Wäschekörbe voller Postkarten, die da ab der kommenden Woche hier eintreffen. Der Hauptgewinn ist ein Wochenende bei uns im Westerwald im kommenden Jahr.

14.12.05

Billy Boy

Wenn Ihr meint, dass dieser Blog nun zensiert werden muss, dann habt Ihr den Titel richtig verstanden. Wer noch nichts verstanden hat, der schaut am Besten hier.


Klara, sie ist jetzt zwölf, grinste breit und meinte auf meine Frage wer oder was denn Billy Boy sei, dass der Hund auf dem Reiterhof, auf dem sie eine Woche der Sommerferien verbrachte, Billy Boy hieß. Sie grinste immer mehr und da musste ich dann mal nachhaken. "Also", sagte sie, "das weiß doch jeder, dass das Kondome sind." Mein Kommentar war dann nur, dass ich annehme, ich muss mir keine Sorgen um ihr Sexualwissen machen.

Klara wollte natürlich wissen, was ich denn mit dem Billy Boy habe. Da rückte ich dann raus mit der Story.

Am vergangenen Wochenende war ich meine Mutter in der Reha besuchen. Sie hat eine Hüftoperation hinter sich und muss nun anstrengende Massagen, Übungen und weitere Anwendungen hinter sich bringen.Die Patienten der Orthopädie laufen dort in der Regel mit einem Beutel um den Hals herum. Darin sind so wichtige Dinge wie Schlüssel, Tagesplan, Handtücher und Zigaretten verpackt. Da sich die Patienten nur mit Krücken oder einem Rollator fortbewegen, bleibt ihnen ja keine Hand frei. Diejenigen, die bereits zum zweiten Mal in der Reha sind, kennen den Beutel schon. Er wird als unschön und störend empfunden.

Meine Mama ist leider schon Rehaerfahren, weil ihr die Hüfte seit Jahren Probleme bereitet. Sie war also am vergangenen Wochenende bestens ausgerüstet. Mit einem schwarzen Rucksack auf dem Rücken, flotten lila Krücken unter den Armen verließen wir ihr Zimmer, um in die Cafeteria zu gehen. Sie nahm ihren Zimmerschlüssel und hing diesen um ihren Hals an einem ultracoolen schwarzen Schlüsselband mit weißem Schriftzug rundum- Billy Boy - Billy Boy - Billy Boy -...

"Hm",ich musste mich mal kurz räuspern, "hm", ich glaube ich habe so breit gegrinst wie unsere Klara, dann blieb mir nur, mit meiner Frage rauszurücken...

Um es kurz zu machen, sie kannte den Hund aus Klaras Reiterferien nicht.


Was nun folgte, glich einem Comicstrip: Das Schlüsselband wurde mit einer enormen Geschwindigkeit über den Kopf gezogen und mit entgeistertem Blick folgten laute Ausrufe der Entrüstung und Empörung. Sie galten dem Überbringer des Schlüsselbandes. Ich habe ja den Standpunkt vertreten, dass es besser wäre, stolz und mit Überzeugung weiter mit dem schwarzen Schlüsselband rumzulaufen, als es gegen das gelb-schwarze vom Promarkt auszutauschen. Aber da war nix zu machen.

7.12.05

Advent

Nun ist es wieder so weit, überall leuchten die geschmückten Fenster und ich schmücke mit einer Woche Rückstand hinter den Dorfbewohnern erst nach Nikolaus. Die Birnchen sind an die Fensterscheiben gezwirbelt, unsere Sterne hängen schon seit dem ersten Andvent, und ich erntete heute ein dickes Lob von unseren Kindern beim Mittagsmahl. Mich hat das Kleben am Morgen mehr als eine Stunde gekostet und der Tesaabroller hat mir die Finger aufgerissen. Wahrscheinlich habe ich mich aber auch zu dumm angestellt.

Unsere Oma hat dann aber wie immer gegen Abend die Rolläden runtergelassen, damit alles verrammelt ist. Da frag ich mich, für wen hab ich denn geschmückt, wenn nicht für die freundlichen Passanten in der Dämmerstunde. Also: Ich die Läden wieder raufgezogen, Oma lässt sie wieder runter, so schnell konnten wir gar nicht gucken. Das Spiel wird sich in den kommenden Wochen regelmäßig wiederholen, es sei denn, dass ich einen Zettel an die Rolladengurte mache. Auf dem muss dann stehen: Bitte Läden oben lassen! Weihnachtsdeko soll auch die Nachbarn erfreuen.

Also biggi, das mit der Katze ist ja gut und schön, aber ich habe da schon einen Hund, zwei Zwergkaninchen, drei Kinder, eine Oma und einen Mann. Kann das gut gehen, wenn da noch eine Katze dazukäme? Falls uns wieder mal eine zuläuft, dann darf sie bleiben, aber nur, wenn sie den Hund nicht katzt!

Wir werden uns jetzt an das Kompostumsetzen machen und nur noch Salat und ungekochtes Gemüse draufwerfen. Eigentlich war ja nichts Gekochtes im Kompost, hat ja alles der Hund gefressen. Mal gucken, wie es weitergeht. Die Ratten gehen ürigens nicht an die Köderkästen. Die Ratzen sind vielleicht zu pfiffig.

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