26.12.05
O du fröhliche
O du fröhliche, o du selige,gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue dich, o Christenheit!
Johannes Daniel Falk
Mit diesem bekannten Weihnachtslied möchte ich Euch liebe Leser ein "Frohes Weihnachtsfest und ein Gutes Neues Jahr" wünschen.
Falk wurde 1768 in Danzig geboren als siebtes Kind eines Perückenmachers. Nach der Grundschule durfte der begabte Bub nicht das Gymnasium besuchen, sondern half im elterlichen Betrieb. Erst im Alter von 16 Jahren konnte er die Schule weiter besuchen und erlangte die Berechtigung zum Studium. Mit einem Stipendium des Danziger Senats nahm er ein Studium der Theologie an der Universität Halle auf. Er kehrte jedoch nie mit einem Studienabschluss zurück. Enttäuscht wandte er sich der Literatur und Altertumswissenschaft zu. In Halle lernte er Caroline Rosenfeld kennen. Mit ihr ging er nach Weimar und fiel vor allem als Publizist von bissigen Satiren auf.
Schon 1813 gründete er "Die Gesellschaft der Freunde in der Not". Von seinen sechs Kindern verlor er nacheinander alle. Die Not der Straßenkinder, die als durch den Krieg verwaist und verelendet waren, rührte ihn sehr. Er gründete in Weimar das Falksche Institut und widmete sich unter vielen Sorgen und großen finanziellen Schwierigkeiten der Betreuung dieser Kinder. Der Dichter des Liedes soll, als er den Text am Heiligen Abend des Jahres 1816 in Weimar zu Papier brachte, in einer großen Notsituation gewesen sein. Er hatte nichts mehr zu essen für sich und die vielen Münder, die er stopfen musste. Kein Brennholz war mehr im Haus. Er fühlte sich von seinem Herrn verlassen. Da hörte er vor dem Haus ein Poltern und Rumoren. Er ging hinaus und sah einen Berg Holz, einen Sack Kartoffeln und Mehl. Damit war die Versorgung für die große Zahl Menschen in seinem Haus gesichert. Diese Familie bestand aus einer großen Zahl Pflegekinder, die er alle von der Straße geholt hatte. Der Text des Liedes wurde später von Heinrich Holzschuher bearbeitet. Bei der musikalischen Untermalung war Gottfried Herder behilflich, ein Pastor in Weimar und Freund Falks. Dieser soll ihm die sizilianische Weise, ein Madonnenlied gegeben haben. Aber es ranken sich viele Geschichtchen darum, wie Text und Musik zusammen kamen.
