19.4.06

pack and go - I'm sure it'll stay

Nix geht mehr, aber ich bin doch nicht blöd...

Endlich habe ich mit meiner Präsentation "Montabaur für Gehbehinderte" begonnen. Bisher habe ich mich standhaft geweigert Photos zu schießen, weil das Wetter noch nicht so besonders war und es noch keinen grünen Zweig gibt, der den Bildern frühlingshafte Farbblitzer verleiht. Weil mir der Müßiggang ein Greuel ist, kam mir die Idee, alte Bilder von Montabaur zu suchen. Zunächst hat mir Hugo nur Photos aus Büchern eingelesen, dann bin ich ins Stadtarchiv und habe mir alte sw Aufnahmen ausleihen können. Jetzt werde ich anfangen, die alten Bilder aus dem gleichen Blickwinkel nachzustellen und erneut zu fotografieren. Wir warten auf gutes Wetter und dann geht es los. Auf dem Bild links sieht man das Schloss (1970) bevor der Außenputz aufgebracht wurde und der gelbe Anstrich kam. 1969 wurde es an die Genossenschaftskasse verkauft, nachdem es als Regierungssitz des (bevölkerungsmäßig) kleinsten Regierungsbezirkes der BRD nicht mehr gebraucht wurde.

Für die Präsentation werde ich als Folienhintergrund die alte Stadtmauer nehmen, die macht sich hinter den Farbphotos genauso gut wie hinter den sw Aufnahmen. Den Grundstock habe ich bereits eingelesen, ich muss nur noch ergänzen.
Auf dem rechten Bild sieht man Homanns Hennes mit seinem Sohn Valentin. Er war der letzte Fuhrmann von Montabaur. Als ich ungefähr sechs Jahre alt war, ist er noch mit dem Pferd durch die Stadt. Er holte die Kartons von den Geschäftsleuten ab und erledigte kleinere Transportaufgaben. Zu der Zeit bin ich noch an der Hand meiner Oma durch die Stadt gelaufen. Homanns Hennes ist fester Bestandteil meiner Kindheitserinnerungen und darf in der Präsentation nicht fehlen.
Hier bin ich groß geworden, in der Aubachstraße hinter dem Bahnhof. In der linken Hälfte des rechten Doppelhauses hinter den Geleisen. Auf der Autobahn im Hintergrund sind nur wenig Fahrzeuge zu sehen. Heute ist auf der A3 Tag und Nacht Betrieb, so dass morgens der Verkehrslärm unter dem Vogelgezwitscher noch deutlich wahrzunehmen ist. Die Aufnahme muss vor 1960 entstanden sein, denn es fehlt um das Haus das Gärtchen, das meine Oma liebevoll mit Phlox, Topinambur, Bartnelken und Männertreu angelegt hatte. Um die Haustür waren Clematis, so voll dass ich sie heute in meiner Vorstellung noch greifen kann. Links hinter dem Wohnhaus ist ein riesiges Kühlhaus zu sehen. Mein Großvater sah dort nach dem Rechten und bekam oft Eis und Hähnchen für die Mühe. Und dann wohnte neben dem Kühlhaus meine beste Freundin Anette. War das schön. Mittags nach der Schule raus und dann -wir schrieben das Jahr 1970- die unendliche Weite...

Meinen Vorentwurf der Präsentation wollte ich Paul schicken, der mit mir die Gehbehinderten mit einer Führung bedenken will, aber nix ging mehr. Ich habe komprimiert, gespeichert: pack and go und das ganze sollte raus, aber der Computer wollte nicht. Ich war mal wieder gefrustet, aber was will ich da machen als Feierabendcomputermaus. Habe dann den Cabernet gesucht und mir ein Buch genommen!
Also, da blieb alles hier und ich werde wohl in den kommenden Tagen mal losziehen mit dem Schlepptop über der Schulter und bei Paul klingeln...

18.4.06

Wölfen auf der Spur

Seit wenigen Jahren gibt es in der sächsischen Oberlausitz wieder Wölfe. Auf ihre Fährten können sich Teilnehmer eines Wochenendseminars im Juni begeben, das das Umweltbildungsprojekt "Luzica" (Lausitz)zusammen mit dem wildbiologischen Büro "Lupus" anbietet: Während einer ganztägigen Exkursion ins Lausitzer Wolfsgebiet werden anhand der Spuren, die dort ansässige Tiere zurücklassen, ihre Lebensgewohnheiten erklärt.
"In den seltensten Fällen bekommen wir die Wölfe zu Gesicht. Doch wir zeigen, wie man ihre Anwesenheit wahrnehmen kann und was ihre Spuren über sie verraten", sagt Biologe Sebastian Koerner. Derzeit wird der Bestand in der Muskauer und der Neustädter Heide auf 16 Tiere geschätzt.

Ich hoffe, dass wir Gelegenheit bekommen, in den nächsten Jahren mal an einer der Exkursionen teilzunehmen. Wenn wir in der Nähe sind, werden wir wieder im Infozentrum "lupus" vorbeigucken.

Unsere Kinder werden im Sommer an einem Fischotterferiencamp teilnehmen. Es startet im Tierpark Görlitz und dann geht es an die Spree zur Bachbeobachtung. Ich bin in der Nähe, Anne Marie darf noch nicht mit, wird aber sicher zehn Tage alleine mit mir genießen. Mit Hund und Mariechen werde ich mir dann Ostkultur pur reinziehen, wir fangen in Görlitz an und dann... lassen wir uns irgendwo in der Muskauer Heide von den Wölfen fressen?
Hoffentlich haben die Wölfe Stil und schlürfen einen Cabernet zum Mahl!

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