31.10.05

Maximillian I. in Montabaur 2005

Da staunte der Westerwald nicht schlecht, was das kleine Montabaur am letzten Oktoberwochenende anno domini 2005 zu Ehren des Besuches von Maximillian I. vor 500 Jahren auf die Beine gestellt hat. Hier auf dem Bild sind unsere Freundse Isabelle und Matthias zu sehen mit ihrer Tochter Julia. Matthias durfte als Stadtschreiber beim Umzug zwischen den Stadträten gehen.
Morgens nach der Kirche wurde unser Paul Christopher gebeten, die Fahne für den Stadtrat voraus zu tragen. Frau Philippi kümmerte sich um ihn während des Umzuges, aber er ging uns dann schließlich doch verloren. Was war das für ein Abenteuer. Glücklicherweise kennt sich Paulchen ja in Montabaur aus und ich habe ihn nach einer halben Stunde gefunden, aber ich hatte schon Bange um das Kerlchen.
Die Messe war an diesem Sonntag auf Lateinisch, so wie es der Gottesdienst um 1505 auch gewesen wäre. Für mich als Protestanten war das eeine ganz neue Erfahrung. Unsere Oma konnte den lateinischen Teil der Messe auswendig mitsingen, ich habe mich an das Gesangbuch gehalten. War etwas ungewohnt aber durchaus interessant. Hier sind alle die Menschen zu sehen, die die Kirche in Gewandung besucht haben. Nach dem Gottesdienst hatten wir noch Zeit, eine Mahlzeit zu uns zu nehmen, um dann rechtzeitig zur Aufstellung des Festumzuges zu erscheinen.

Ob die Kutsche einem Kaiser angemessen war, das wage ich zu bezweifeln. Der Kaiser wurde von Tiziani dargestellt, den Hofnarren spielte Krock. Beide haben Schauspielerfahrung. Auf dem Photo sieht es so aus, als überprüfe der Mann vom TÜV das Gefährt des Kaisers. Nun, der Kaiser kam bis zur Tribüne. Den Burgberg musste er hinauf laufen. Der Weg war für die Pferde zu steil.
Im Schlossinnenhof warteten alle Zugteilnehmer auf den Kaiser und es kam zu einem großartigen Abschluss des Umzuges.
Den Teilnehmern hat der Tag sicher großen Spaß gemacht. Die Arbeit, die darin steckte war ungeheuer. Die Gruppe Falkenflug bereicherte das Wochenende mit zahlreichen Marktständen auf dem Parkplatz in der Judengasse. Dort habe ich auch mit meinen Führungen begonnen. Nun habe ich die Feuertaufe wahrhaftig hinter mir. Samstags war ein großes Publikum zugegen und ich traute mich sogar den König von Preußen zu singen. Es gab auch vortrefflich Handgeklapper. Nach der Führung saß ich noch eine Weile bei den Marktständlern, die ein durchweg angenehmer Haufen Menschen waren. Nicht alle kannten sich, sondern waren nur für dieses Wochenende von ihrer Agentur verpflichtet.

Zu meinen Führungen muss ich noch folgendes ergänzen. Wir sind mit Laternen durch die Stadt gezogen, es gab Gesang und Totenbeinchen. Die Geschichte Montabaurs unter Preußen und Nassau habe ich vernachlässigt und sprach vor allem über Montabur von 1200 bis 1798. Am Sonntag sprachen mich Menschen an, die samstags bei der Führung waren und sich für die Führung bedankt haben. Sonntag bat mich ein Herr aus Westerburg, ihm Bescheid zugeben, wenn ich eine weitere Themenführung in Montabaur plane. Ich war ganz verdattert und bin mit einem ungeheuer hohen Endorphinpegel nach Hause gefahren.

20.10.05

Autorenlesung auf der Frankfurter Buchmesse

Wer kann schon mit zwölf Jahren von sich behaupten, eine Autorenlesung auf der Frankfurter Buchmesse bestritten zu haben? Klara gewann mit neun weiteren Kindern im Sommer 2005 den Grünen Lorbeer der Eckenroth-Stiftung. Aufgabe war es eine wahre Geschichte zu schreiben, die nicht länger als zwei Seiten sein sollte. Im Preispaket war ein Preisgeld von 50,- Euro, eine Freikarte für die Buchmesse und das Lesen der Geschichte im Lesezelt auf der Buchmesse, der Besuch im Goethehaus in Frankfurt und die Aufnahme in das Förderprogramm der Stiftung. An mehreren Wochenenden im Jahr werden die Kinder im Schreiben geschult und erfahren, was eine gute Story ausmacht. Sie diskutieren gemeinsam über Filme und Theaterstücke. Die Leiterin der Stiftung ist Madleine Lienhard, eine Theaterschauspielerin und Regisseurin.

Frau Lienhard stellt die Kinder und deren Geschichten in der Öffentlichkeit vor und betreut sie liebevoll. Hier sieht man sie mit Klara auf der Bühne. Die Preisgeschichten, die durchweg lesenswert sind, gibt es unter eckenrothnachzulesen.

Hier sieht man die Lesekinder. Vor den Kindern las die junge deutsche Autorin Silvia Szymanski aus Ihrem Buch "Hotel Central". Ihre Lesung endete mit der Beschreibung einer spermafressenden Kakerlake, eine Schilderung, auf die wir Zuhörer alle hätten verzichten können. Die Geschichten der Kinder waren durchweg problemorientierter und spannender.

14.10.05

Herbst

Mittlerweile verfärbt sich das Laub kräftig und bald beginnt es von den Bäumen herabzufallen. Im Herbst durch den trockenen Laubwald zu laufen ist einfach klasse. Die Blätter rascheln so schön und mit jedem Schritt schiebt man Haufen um Haufen nach vorne.

Meine Blumenzwiebeln müssen dringend unter die Erde, aber ich werde es gewiss wie in jedem Jahr schaffen, bei nasskaltem Wetter von Südwester oder Pellerine geschützt draussen zu buddeln. Andere haben da schon die Fellpantöffelchen an den Füßen und schlemmen Bratäpfel, wenn ich draußen mit dem Schaufelchen bewaffnet nach Plätzen für die Frühjahrszwiebeln suche.

This page is powered by Blogger. Isn't yours?