21.9.06

Und was war Dein Hoch?

So fragt Bruce Willis in einem eher zweitklassigen Film Michele Pfeiffer nach dem positiven Erlebnis des vergangenen Tages.

Mein Hoch war eine Autorenlesung von Irene Busch, einer Kinderbuchautorin, die heute in der katholischen Kirche im Rahmen der Bibliothekstage eine Lesung für unsere Horresser Kids machte. Meine Kinder waren alle anderweitig verpflichtet, aber ich habe im Rahmen meiner Tätigkeit als Aushilfsbibliothekarin gerne zugehört. Es war schön, mit angenehmer Stimme hat sie aus ihrem Buch gelesen und mit Gitarrenbegleitung Lieder vorgetragen.

"Und was war Dein Tief?", so fragt Bruce seine Michelle und wäre ich Michelle, ich hätte mich schluchzend an die Brust meines Helden geworfen.

Mein Tief, ja das gab es heute am Morgen im Tonbergbaumuseum, das ich so liebe. Gestern rief mich unser 1. Vorsitzende des Vereins an,der mir sagte, dass die Führung für das AA früher beginnen wird. Ich soll doch bitte um 10.10 da sein. Nun, ich bin immer früher da, habe noch die Toiletten kontrolliert und rief den Herrn Frohneberg an, um um Toilettenpapier zu bitten. Dabei bestätigte er nochmals, dass meine Gruppe gleich kommt. Das Toilettenpapier schickte er sofort vorbei. Mittlerweile vergingen die Minuten und ich saß in der Sonne, dachte an meine Bügelwäsche, an unsere demenzkranke Oma, die zu Hause alleine verzweifelt, dachte an Paul Christophers Englischtest, an Klaras Aufsatz, guckte auf die Uhr und irrgendwann, da begann ich zu kochen.
Es war genau 10.50, da fuhr ein Planwagen vor. Eine fröhliche Gruppe stolperte heraus und ein junger Mann lief fröhlich"mea culpa" schreiend auf mich zu. Fand er alles ziemlich lustig, dass ich vor dem Museum gewartet habe. Klar, ich koste ja nichts, bin nur Hausfrau, mache das alles ehrenamtlich. Die Gruppe kam langsam in den Eingangsbereich, eine der Damen mit der Bierflasche in der Hand fiel fast aus dem Planwagen, alle wollten erstmal zur Toilette, dann kam die bierflaschentragende Dame aus der Toilette...
Ich war ziemlich sprachlos, habe dann mit der Führung begonnen und denke, dass ich mich unter den Umständen ganz gut im Griff hatte, aber das Benehmen der Menschen vom AA war ziemlich daneben.
Nach einer Stunde hatte ich die Gruppe durch das Museum geschleust und wir gingen zur Bezahlung an unseren Tisch. Ich machte auch für die noch folgende Nachmittagsgruppe alles fertig und kassierte dann die 92 Euro für die beiden Besuchergruppen. Anschließend schloss ich alles ab.
Keiner der Teilnehmer hat mal in Erwägung gezogen, dass ich vielleicht für 40 Minuten Wartezeit mit einem großzügigen Trinkgeld hätte bedacht werden können.

Ich denke, jeder der Museumsbesucher heute, hat mehr Geld im Portemonnaie als ich, arbeitet nicht für ein Taschengeld im Tonbergbaumuseum, arbeitet nicht umsonst in der katholischen Leihbibliothek, lehrt erwachsenene Analphabeten nicht umsonst das Lesen und Schreiben in den frühen Morgenstunden u.u.u..

Mensch Bruce, breite die Arme aus und tröste mich, mir ist noch immer zum Heulen!
Da sollte ich nun mal das Geheimnis lüften, um wen es sich bei der Besuchergruppe handelte und so lichte ich doch mal das Bild des obersten Chefs dieser straff durch-organisierten Behörde ab. Bei meiner Besuchergruppe handelte es sich um eine Abteilung des Auswärtigen Amtes in Bonn.

Für mich stellt sich natürlich abschließend die Frage, macht die Gruppe auch in Ägypten beim Besuch der Pyramiden diesen ausgezeichneten Eindruck? Ruft dann auch jemand "mea culpa" und die Bierflaschen werden öffentlich geschwenkt?
Diese Menschen vertreten die Bundesrepublik, aber auf diese Vertretung kann niemand so richtig stolz sein. Die weitere Frage, die noch bleibt ist folgende: Wer zahlt diesen Betriebsausflug mit Übernachtung, Essen, Museenbesuchen ect.?

16.9.06

Auf der Suche nach dem Zeitfresser

Kann man sein blog so lange alleine lassen? Ich habe seit Monaten nicht reingeschaut, vielleicht wegen des guten Wetters, vielleicht wegen der zunehmenden Arbeit?

Klara hat ICQ entdeckt und ist nun fast jeden Abend im Netz. Nun, diese Art der Kommunikation ist auf jeden Fall besser als das Alternativprogramm "Fernsehen". Ihre Leidenschaft zu lesen leidet jedenfalls nicht darunter, sie findet nur zeitversetzt nach hinten statt. Morgens kommt sie noch schlechter aus dem Bett, mal sehen, wie das weitergeht. Seit sie regelmäßig chattet, habe ich keinen Computer mehr, um mein Blog zu pflegen. Wir müssen das dringend ändern.

Vielleicht ist aber auch ein kleiner Zeitfresser daran schuld, dass ich kaum mehr im Netz bin. Wo steckt der Kerl?

8.5.06

Bush verzeiht den Deutschen oder Sport gegen Rassismus

Morgens lesen wir alle erstmal das Wäller Schmotzblatt. Auf der ersten Seite fand ich heute einen knappen Artikel, ganz in der rechten Ecke neben der fetteren Schlagzeile: Geiseln freigekauft?. Unter der Überschrift Bush verzeiht den Deutschen gab es folgendes zu lesen:

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat Verständnis für die Weigerung Deutschlands gezeigt, am Irak-Krieg teilzunehmen. "Ich habe erkannt, dass es in der Natur der deutschen Bevölkerung ist, dass sie den Krieg verabscheuen", sagte Bush. Bush sei "dankbar für die Unterstützung der Bundesregierung - bei der Hilfe für die Iraker, ihr Leben wieder aufzubauen".

Nachdem Paulchen dann ins Bad zum Zähneputzen ging, konnte ich auch die letzte Seite unserer Tageszeitung überfliegen. Dort gab es unter der folgenden Zeile in der linken unteren Ecke zu lesen:
Pfarrer kicken gegen Imame
Berliner Pfarrer und Imame traten gegeneinander beim Fußball an. Anlass für das Spiel war die Konferenz "Football for all: Sport against Racism" ( "Fußball für alle: Sport gegen Rassismus"). Im Spiel trafen acht Pfarrer auf acht Imame der muslimischen Gemeinden der Hauptstadt. Drei Mitglieder der jüdischen Gemeinde waren Schiedsrichter.

Nun würde ich das Ganze hier ja gerne kommentarlos stehen lassen, aber so einfach will ich mich dann doch nicht aus der Affäre ziehen. Mittags wetterte Hugo dann ohne Vorwarnung los und Klara fragte, warum er sich denn so künstlich aufregte über so einen kleinen Artikel(Klara ist ja erst zwölf, da mag man Milde walten lassen!). Hier ging dann die Post ab, der Gröhnemeyer wurde aufgelegt (LP Bochum) und gab den richtigen Background zur politischen Grundunterweisung. Wir spielten zweimal "Amerika" ab und klärten kurz und knapp, dass sich hier jemand als Oberweltpolizist versteht und mit seinem zu kurz geratenen Verstand, vorangetrieben duch Gier nach Macht und Eigennutz in den Krieg zog, uns Deutschen nun aber in Großmut verzeiht. "Also", fragt Klara nun, "was gibt es denn da zu verzeihen? Wo ist denn nun unsere Schuld?" Wir sind doch nur nicht mitmarschiert!"

Paul Christopher fand den Artikel auch merkwürdig und fragte uns, ob es vielleicht doch nicht richtig ist, Konflikte gewaltfrei lösen zu wollen. Schließlich meint Bush ja, er müsste uns für Friedfertigkeit verzeihen. Paulchens Kommentar war schließlich: "Der Bush, der hat wohl ein Rad ab!"

Nun, da wir vor den Kindern eindeutig Stellung bezogen haben, wollen wir doch nochmal klar stellen, was wir gemeinsam bei diesem Artikel empfunden haben:
Sollten wir Deutsche uns nicht fragen, ob wir Amerika verzeihen können, dass sie in den Krieg gezogen sind?
Ganz schön schwierig - nicht?

19.4.06

pack and go - I'm sure it'll stay

Nix geht mehr, aber ich bin doch nicht blöd...

Endlich habe ich mit meiner Präsentation "Montabaur für Gehbehinderte" begonnen. Bisher habe ich mich standhaft geweigert Photos zu schießen, weil das Wetter noch nicht so besonders war und es noch keinen grünen Zweig gibt, der den Bildern frühlingshafte Farbblitzer verleiht. Weil mir der Müßiggang ein Greuel ist, kam mir die Idee, alte Bilder von Montabaur zu suchen. Zunächst hat mir Hugo nur Photos aus Büchern eingelesen, dann bin ich ins Stadtarchiv und habe mir alte sw Aufnahmen ausleihen können. Jetzt werde ich anfangen, die alten Bilder aus dem gleichen Blickwinkel nachzustellen und erneut zu fotografieren. Wir warten auf gutes Wetter und dann geht es los. Auf dem Bild links sieht man das Schloss (1970) bevor der Außenputz aufgebracht wurde und der gelbe Anstrich kam. 1969 wurde es an die Genossenschaftskasse verkauft, nachdem es als Regierungssitz des (bevölkerungsmäßig) kleinsten Regierungsbezirkes der BRD nicht mehr gebraucht wurde.

Für die Präsentation werde ich als Folienhintergrund die alte Stadtmauer nehmen, die macht sich hinter den Farbphotos genauso gut wie hinter den sw Aufnahmen. Den Grundstock habe ich bereits eingelesen, ich muss nur noch ergänzen.
Auf dem rechten Bild sieht man Homanns Hennes mit seinem Sohn Valentin. Er war der letzte Fuhrmann von Montabaur. Als ich ungefähr sechs Jahre alt war, ist er noch mit dem Pferd durch die Stadt. Er holte die Kartons von den Geschäftsleuten ab und erledigte kleinere Transportaufgaben. Zu der Zeit bin ich noch an der Hand meiner Oma durch die Stadt gelaufen. Homanns Hennes ist fester Bestandteil meiner Kindheitserinnerungen und darf in der Präsentation nicht fehlen.
Hier bin ich groß geworden, in der Aubachstraße hinter dem Bahnhof. In der linken Hälfte des rechten Doppelhauses hinter den Geleisen. Auf der Autobahn im Hintergrund sind nur wenig Fahrzeuge zu sehen. Heute ist auf der A3 Tag und Nacht Betrieb, so dass morgens der Verkehrslärm unter dem Vogelgezwitscher noch deutlich wahrzunehmen ist. Die Aufnahme muss vor 1960 entstanden sein, denn es fehlt um das Haus das Gärtchen, das meine Oma liebevoll mit Phlox, Topinambur, Bartnelken und Männertreu angelegt hatte. Um die Haustür waren Clematis, so voll dass ich sie heute in meiner Vorstellung noch greifen kann. Links hinter dem Wohnhaus ist ein riesiges Kühlhaus zu sehen. Mein Großvater sah dort nach dem Rechten und bekam oft Eis und Hähnchen für die Mühe. Und dann wohnte neben dem Kühlhaus meine beste Freundin Anette. War das schön. Mittags nach der Schule raus und dann -wir schrieben das Jahr 1970- die unendliche Weite...

Meinen Vorentwurf der Präsentation wollte ich Paul schicken, der mit mir die Gehbehinderten mit einer Führung bedenken will, aber nix ging mehr. Ich habe komprimiert, gespeichert: pack and go und das ganze sollte raus, aber der Computer wollte nicht. Ich war mal wieder gefrustet, aber was will ich da machen als Feierabendcomputermaus. Habe dann den Cabernet gesucht und mir ein Buch genommen!
Also, da blieb alles hier und ich werde wohl in den kommenden Tagen mal losziehen mit dem Schlepptop über der Schulter und bei Paul klingeln...

18.4.06

Wölfen auf der Spur

Seit wenigen Jahren gibt es in der sächsischen Oberlausitz wieder Wölfe. Auf ihre Fährten können sich Teilnehmer eines Wochenendseminars im Juni begeben, das das Umweltbildungsprojekt "Luzica" (Lausitz)zusammen mit dem wildbiologischen Büro "Lupus" anbietet: Während einer ganztägigen Exkursion ins Lausitzer Wolfsgebiet werden anhand der Spuren, die dort ansässige Tiere zurücklassen, ihre Lebensgewohnheiten erklärt.
"In den seltensten Fällen bekommen wir die Wölfe zu Gesicht. Doch wir zeigen, wie man ihre Anwesenheit wahrnehmen kann und was ihre Spuren über sie verraten", sagt Biologe Sebastian Koerner. Derzeit wird der Bestand in der Muskauer und der Neustädter Heide auf 16 Tiere geschätzt.

Ich hoffe, dass wir Gelegenheit bekommen, in den nächsten Jahren mal an einer der Exkursionen teilzunehmen. Wenn wir in der Nähe sind, werden wir wieder im Infozentrum "lupus" vorbeigucken.

Unsere Kinder werden im Sommer an einem Fischotterferiencamp teilnehmen. Es startet im Tierpark Görlitz und dann geht es an die Spree zur Bachbeobachtung. Ich bin in der Nähe, Anne Marie darf noch nicht mit, wird aber sicher zehn Tage alleine mit mir genießen. Mit Hund und Mariechen werde ich mir dann Ostkultur pur reinziehen, wir fangen in Görlitz an und dann... lassen wir uns irgendwo in der Muskauer Heide von den Wölfen fressen?
Hoffentlich haben die Wölfe Stil und schlürfen einen Cabernet zum Mahl!

25.3.06

Ich will schreiben lernen

Das ist Horst Uhrig ehemaliger Analphabet aus Ludwigshafen und Botschafter für Alphabetisierung, im Gespräch mit einer Messebesucherin der Leipziger Buchmesse. So wie diese Messebesucherin in Leipzig habe ich mich mit Herrn Uhrig im vergangenen Jahr auf der Frankfurter Buchmesse unterhalten. Nach dem Gespräch habe ich Kontakt mit dem Bundesverband zur Alphabetisierung aufgenommen. Mich hat die Tatsache, dass es in der Bundesrepublik Analphabeten gibt schon seit vielen, vielen Jahren in gewisser Weise fasziniert. Da unsere Kinder mir nun auch einen gewissen Freiraum lassen, habe ich begonnen, in Limburg ehrenamtlich einen Kurs zu begleiten, der Erwachsenen das Schreiben und Lesen näher bringt. Die Arbeit ist anstrengend, macht aber auch viel Freude. Kurz nach Weihnachten bin ich an die Kreisvolkshochschule herangetreten mit der Bitte, doch einen Kurs in Montabaur oder in der Umgebung einzurichten. Beim Leiter der K-Vhs stieß ich auf offene Ohren und Unterstützung. Jetzt schauen wir mal, wie es weiter geht...
Die Arbeit, die in meinem Alphabetisierungsprojekt steckt, war natürlich auch ein Grund für das verwaiste weblog, aber dafür wird es vielleicht interessanter.
Wer sich informieren möchte, der kann ja mal hier klicken oder da.

Lesen und schreiben lernen im Internet

Your tag is brokenoder Warum ich um Nachsicht bitte

Noch ein Nachtrag zu unserem Neujahrspreisrätsel:
Da kriegst Du doch die Krätze! Ganz genau wußte ich, dass ich wieder mal an meine Grenzen beim Bloggen stoße, deshalb habe ich die Auflösung unseres Rätsels so weit hinausgeschoben und richtig: Beim Speichern erschien dann wieder "Sorry, your tag is broken". Das freundliche sorry kann sich die Maschine sparen, ist der doch egal. Zwei Anläufe habe ich gebraucht. Die Bilder waren nur einzeln einzulesen, Stunden sind hier vergangen und als ich fertig war, konnte ich die Astquirle nicht verlinken. Und dann noch ein Bier. Aber da ging nix besser. Vielleicht sollte ich das nächste Mal eine Flasche Cabernet öffnen...

20.3.06

Des Rätsels Lösung

Da hat sich Martina beschwert und Christel, wo unsere Lösung bleibt. Nun ist es so weit, wir lüften das Geheimnis:
Unsere Rätsel waren ganz klar von den vergangenen Weihnachtstagen beeinflusst. Die beste Zeit zur Herstellung unseres Westerwälder Wunderfitzes ist der Januar. Entweder geht man heimlich in Nachbars Garten (da sind die Nachtstunden zu bevorzugen) oder man wartet, bis umweltbewusste Mitbürger ihren Weihnachtsbaum im Wald entsorgen und schlägt zu.
Weil wir ja einige Exemplare selbst hergestellt haben, sind wir vor der Weihnachtsbaumabfuhr nochmal los und haben die schönsten Spitzen abgezwickt, so wie ihr es auf dem folgenden Bild sehen könnt.
Von den vielen Zuschriften waren wir echt beeindruckt. Einige waren richtig nahe dran, andere haben uns so gut gefallen, dass wir sie hier zitieren möchten: So schrieben Kocks aus A: Es handelt sich natürlich um die Verwendung Eueres recycelten Weihnachtsbaumes.Ihr habt aus dem zerlegten Weihnachtsbaum Astquirle geschnitten, entbastet und schon habt ihr ein Gerät, um von den künftigen Weihnachtsbäumen das Lametta abzufischen. Es ist also der nützliche Susi-Lametta-Baumreiniger. Mit ersterem lag der Biologe vollkommen richtig! Es handelt sich um Astquirle und man spricht auch tatsächlich vom Entbasten!

Richtig klasse war die Recherche von Ingeborg aus S.: Ich jedenfalls hatte meine erste Begegnung mit dem Gerät vor vielen, vielen Jahren auf der Frauenfachschule. Schon damals hatten wir Spaß damit... Es ist ein Zaubermixer aus Birkenholz( da liegt Ingeborg allerdings falsch), für die Herstellung ist wenig Energieaufwand erforderlich (auch hier liegt sie völligt daneben), mehrfacher Testsieger in Sachen Umweltfreundlichkeit,... sein vielfältiger Einsatz- Rühren von Teigen und anderen Flüssigkeiten, Anrühren von Kleister, Lockern von Blumenerde, Kinderbeschäftigung, und das ist der Clou, er eignet sich auch zum Zaubern.

Für den Zaubermixer fand Ingeborg erstaunliche 476 Einträge unter google.

Auch wenn Ihr hier seht, dass man pima Ei quirrlen kann mit unserem Westerwälder Wunderfitz, möchte ich Euch nicht die Lösung von Christel unterschlagen! Sie nahm an, dass es sich um einen Badeschaumquirl handelte. Nun, mit der Veröffentlichung dieser Vorschläge habe ich gleichzeitig drei Preisträger veröffentlicht. Ein vierter Preis geht an meine Mutter, die neben Kocks aus A. als einzige erkannte, dass es sich um den Astquirl eines Weihnachtsbaumes handelt. Für die Nichtbotaniker unter Euch sei folgendes gesagt: Astquirle gibt es nur bei Nadelbäumen. Man könnte auch aus einer Kiefer einen guten ... machen, aber ich hatte vor allem Nordmann. Die waren direkt unter der Spitze zu gebrauchen.

Aber um was handelt es sich denn nun wirklich?

Ich habe

1. einen Weihnachtsbaumquirl hergestellt

2. wurde er aus dem Astquirl eines Nadelbaumes gemacht und

3. findet man nur einen Eitrag unter google, wenn man "Weihnachtsbaumquirl" eingibt.

4. wird er zum Verrühren von halbwegs flüssigen Speisen verwendet.

Gefreut habe ich mich auch über die Antwort von Uli Braun aus dem Hachenburger Landschaftsmuseum. Er macht sich immer mal wieder einen, so schrieb er und hat eine riesige Kiste auf dem Dachboden, angefüllt mit Quirlen. Also ein Seelenverwandter?

Wem ich nun den fünften Weihnachtsbaumquirl gebe, das werden wir zusammen entscheiden. Vielleicht Frau Schneider aus W.? Martina will sicher auch einen, aber sie war mit ihrer Lösung einfach zu weit. Hätte sie mal besser mit ihrem Papa korrespondiert, der hätte "sie bestimmt geholfen".

Da kommt aber nun noch ein ganz besonderes Bild für meine Freundin Katsch. Sie hatte sich auch an unserem Rätsel beteiligt, wollte aber auf keinen Fall gewinnen, was wir durch die Haare ziehen, mit den Spaghettis schwenken,in Hugos Nase popeln, aus meinen Ohren drehen, dem Hund ins Fell stecken, durch die Toilette spülen. Sie lag ja mit ihrem bayerischen Butterquirl meilenweit daneben. Wie Du siehst liebe Katsch, habe ich unser Omelette tatsächlich mit dem elektrischen Rührgerät vorbereitet. Wenn Du im Mai kommst, kannst Du mir helfen Eierspeisen zu quirlen. Bei Stromausfall greifen wir auf unseren Weihnachtsbaumquirl zurück- oder?
Wenn ihr Infos zu den Astquirlen oder Weihnachtsbaumquirlen sucht, dann dürft ihr einfach klicken. Seid nicht irritiert, wenn Ihr der Diskussion um die besten Thüringer Klöße nicht folgen könnt. Wichtig ist nur, dass sie erst dann gelingen, wenn der echte Weihnachtsbaumquirl zum Einsatz kommt.

Ich hoffe biggi, dass Du nun auch Bescheid weißt! War doch gar nicht so schwierig - oder?

5.3.06

Unser Neujahrspreisrätsel

Nun geht es also mit fast dreiwöchiger Verspätung an die Lösung unseres Neujahrspreisrätsels, das wir im Freundeskreis verschickt haben.

Zur Erinnerung:

Wir stellten Euch in unserer allersten Powerpoint Präsentation einen nützlichen Gegenstand aus dem Westerwald vor. Bei den folgenden Bildern handelt es sich um Vorschläge, wie der Gegenstand verwendet wurde bzw. verwendet werden könnte.
Hier fragten wir, ob es sich um zwei Westerwälder Kratzbürsten handeln könnte.



Es scheint aber auch vorstellbar, dass wir es mit einem neuartigen Grobzinkenkamm zu tun haben. Das Kämmen nimmt aber ungeheuer viel Zeit in Anspruch, weil die Ausrichtung der Zinken nicht optimal ist. Na ja, ist halt ein Naturprodukt, da kann man doch nicht meckern.



Hugo war beim ersten Betrachten unseres hangefertigten Westerwälder Wunderfitzes überzeugt, es müsse sich um einen echten Popelzieher handeln. Wir haben diesen Versuch direkt unterbrochen, da andere Einsatzmöglichkeiten weitaus plausibler erschienen.














Jubelnd lief Paul Christopher ins Gäste WC um zu demonstrieren, dass seiner Meinung nach genauso der Prototyp der allerersten Klobürste ausgesehen haben könnte. Ich muss gestehen, fast hätte er mich überzeugt, aber...



dann kam mir der Gedanke, wir haben es mit den Vorläufern der Wattestäbchen zu tun.








Anne Marie belehrte mich beim Mittagessen:
Ganz sicher sind dies ein Paar echte Westerwälder Spaghettilöffel, die man heute halt nicht mehr so häufig sieht. Es hat sich eben doch das einfache Modell aus rostfreiem Edelstahl durchgesetzt.








Nein, unsere Oma hat uns schließlich mit dem Gedanken überrascht, dass es sich bei unseren handgefertigten Naturprodukten um Lockenwickler handeln muss. Wir waren völlig verblüft über diese Lösung und freuten uns allerdings auch sehr über
die Narrenkappe für unseren Hund. Schließlich stand Fasching ja vor der Tür.

Ja, ich weiß eigentlich sollten wir das Geheimnis lüften, was wir denn da nun wirklich in der Hand, im Ohr, in der Nase, im Haar über der Toilettenschüssel und schließlich auch im Hundefell hielten.


Die Lösung unseres Neujahrspreisrätsels werden wir in den kommenden Tagen mit ausfühlichem Bildmaterial bekannt geben. Wir stellten folgende Fragen:
1. Wie heißt dieser nützliche Gegenstand?
2. Woraus kann man ihn herstellen?
3. Wie viele Einträge findet man bei google, wenn man den richtigen Namen des Gerätes kennt?

Wir versprachen für die richtigen und die originellsten Lösungen jeweils einen von fünf dieser tollen, handgefertigten Haushaltshelfer.
Der Preis ist heiß!

18.2.06

Zu spät

Wieder und wieder bin ich zu spät dran. Eigentlich sollten hier die stolzen Gewinner unseres Preisausschreibens veröffentlicht werden, aber da mir die Fotos noch fehlen, dauert es noch eine Weile. Die richtige Lösung fand übrigens niemand. Ich bin da doch erstaunt, denn schließlich war unser Rätsel ja durchaus saisonorientiert.
Bis demnächst!

18.1.06

Bitte sprechen Sie nach dem Ächzen

Da wollte ich heute eigentlich etwas über Schiller schreiben, mein Thema hätte lauten sollen: "Der Mensch ist nur da wirklich Mensch, wo er spielt.", aber unser Paul Christopher hat meine guten Vorsätze zunichte gemacht.

Wir hatten heute eine ganz merkwürdige Nachricht auf unserem Anrufbeantworter. Da sprach ein Kind, aber nicht mit uns. Es wunderte sich wegen der merkwürdigen Stimmen. Ich spielte das ganze beim Abendessen ab und unser Paul Christopher kicherte in einem fort. Wir hörten das ganze nochmal und schließlich lauschten wir fünf alten Nachrichten. Die waren vielleicht seltsam. Immer war es Paul Christopher kichernd mit Gesang, Gepfeife, Gegröle. Da haben wir noch gelacht.

Klara meinte schließlich, ich sollte doch mal meine Ansage laufen lassen. Sie hätte die noch nie gehört. Da musste ja was Seriöses und Ansprechendes aufgesprochen werden, weil doch vielleicht die Westerwaldtouristik oder jemand vom Schloss anrufen könnte, um mich für eine Führung zu bestellen. Gesagt getan, wir drückten rum auf der Tastatur und dann verschlug es uns die Sprache.

Es stöhnte und ächzte unzweifelhaft in allen Tonlagen über den Tisch. Paul Christopher fand das lustig und gab gleich zu, dass ihm da wohl ein Bedienungsfehler unterlaufen sei. Da war auch nichts zu verheimlichen, wir entlarvten den Übeltäter auch ohne genetischen Fingerabdruck. Unser Sohn meinte dazu freudestrahlend, er hätte mit dem Laserschwert gegen die Jediritter gefochten, aber das änderte am Resultat natürlich nichts.
Keine Ahnung, wie lange die Meldung aus dem Rotlichtmilieu schon zu hören war, aber ich fürchte das Schlimmste.Da gibt es ein schönes Lied von einem schwäbischen Liedermacher:
Kinder send luschtig...

Vielleicht passt es doch zu Schiller, hier sitzt einem von uns der Schalk im Nacken. Hoffen wir nur, dass die anderen immer Spaß vertragen.

Noch eine erste Zwischenmeldung zu unserem Neujahrspreisrätsel. P. aus M. war viel zu schnell, da hätte ein wenig Grübeln doch gut getan. Vielleicht sollte er sich mit M. aus M. mal kurzschließen. Herr K. aus A. liegt ziemlich gut im Rennen, ebenso I. aus S.. Ihre Lösung hat uns allen bisher am besten gefallen. Für Herrn B. aus dem ................war die Lösung ein Klacks. Er hat davon ganz viele im Karton und macht sich immer mal wieder einen, schrieb er.

11.1.06

The winner is...

So, der Einsendeschluss für unser Preisausschreiben war der 10. Januar. Die Resonanz war überwältigend. Wir haben Stunden gebraucht, um nach den leeren Wäschekörben Ausschau zu halten!

Natürlich gibt es mehrere Sieger! Christel und Jörg mit Silas und Karen waren die einzigen, die die richtige Lösung gefunden haben. Wir waren zehn mal auf den Photos zu sehen. Auf dem Photo in Eckenroth sieht man nur Hugo und mich, Klara fehlt. Auf allen anderen Bildern ist jeweils nur einer von uns zu entdecken.
Damit ist ja auch klar, dass Christel, Jörg und die Kinder den Hauptpreis gewonnen haben und drei Tage Ferien bei uns zu Hause machen dürfen mit Anspruch auf Verlängerung.
Dir liebe Martina gebührt ein ordentlicher zweiter Preis. Du darfst aus Boston mit Mann und Maus kommen. (Thanks god, we don´t have to pay for the journey!. Drei falsche Lösungen aus der neuen Welt, die sollte man gebührend honorieren!

Tja Katsch, Du liegst leider daneben, warst aber die dritte, die per E-Mail gestern auf den letzten Drücker zwei falsche Antworten geschickt hat. Wir werden mal gucken, was wir für Euch tun können.

Dann gestern um 22.30 Uhr in der Nacht noch eine völlig überraschende und richtige Lösung aus Bernhausen ebenfalls per E-mail. Ich konnte es nicht fassen!!! Siggi und Karl-Heinz kommen in den Westerwald! Ich freue mich auf Euch.

Eure offiziellen Gewinnurkunden gehen Euch in den kommenden Tagen zu. Klara wird sich darum kümmern.

Für mich bleibt da aber ein trauriger Nachgeschmack. Wir sitzen jetzt auf fünf Trostpreisen, die wir mangels Teilnahme nicht weitergeben können. Es handelt sich jeweils um ein unentbehrliches Haushaltsgerät, das nicht nur typisch für den Westerwald war. Wir haben beschlossen, dass wir am kommenden Wochenende diese fünf Trostpreise bundesweit ohne Rechtsanspruch verlosen werden. Euch geht eine Präsentation des Gerätes zu. Wir hoffen auf regen Zuspruch beim Neujahrspreisrätsel!!

6.1.06

Wir sind doch nicht blöd


Der Kauf unseres Schreibtisches vor zwei Tagen hatte ein übles Vorspiel! Zunächst ging ich in eines der Möbelhäuser vor Ort, das in der Tageszeitung mit dem Spruch wirbt: Absolut ehrliche Preise! AUF ALLES 20 %. Da fragte ich dann die nette Einrichtungsberaterin, was der von uns ins Auge gefasste Computertisch kostet und die passende Verbindungsecke zum Schreibtisch. Mit einem Lächeln auf den Lippen flötete die junge Dame mir 637,- Euro entgegen, die Ecke soll 147,- Euro kosten. 20 % gingen dann noch runter. Prospekte gab es keine, denn die Firma Moll hätte eine neue Preisliste geschickt.

Mit der Information bin ich nach Hause und habe beschlossen, dass wir uns eine Weinkiste für den Drucker hinstellen. Wenn man mehrere Kisten zusammenschraubt gibt's einen Computertisch wie zu meiner Studienzeit die Schallplattenregale in meiner Wohnheimbude. Die Begeisterung war ungeheuer, als ich meinen Plan bei Tisch vortrug.

Aber da kam mir der Gedanke, dass der ehrliche Möbelladen vielleicht seine ehrlichen Preise für ehrlich dumme Menschen festgesetzt hat. Ihr findet den Möbelladen hier. Am nächsten Tag bin ich dann wieder losgezogen. Die Konkurrenz, da klickt ihr bitte mal an dieser Stelle, bot mir dann die beiden Teile zu 497,- Euro bzw. 105,- Euro an. Das ist viel Geld, ob da Prozente abgehen, weiß ich nicht, aber niemand hat mir einreden wollen, dass ich mit diesem Kauf ein Schnäppchen machen kann.

Durch die hohen Preise etwas verschreckt begab ich mich ja dann in die Internetbörse und wir sind noch am gleichen Tag noch nach Mannheim gefahren und haben zwei Möbelstücke gebraucht erstanden, wie im letzten Blog zu lesen ist.

Was steckt da dahinter? Geiz macht blöd? Für wie blöd hält man uns Verbraucher? Nein, ich kaufe meine Möbel nicht mehr hier, sondern nur noch an anderen Stellen,

4.1.06

Mal kurz nach Mannheim zum Kaffetrinken

Das war wieder mal eine spontane Aktion, aber es hat sich gelohnt!

Klara soll unseren Farbdrucker in ihr Zimmer stellen, damit sie kleinere Referate direkt am Laptop ausdrucken kann. Nun haben wir uns für einen Computertisch der Firma Moll entschieden, da der dann zu ihrem Schreibtisch passt. Die Büromöbel von Moll sind ziemlich teuer aber nahezu unverwüstlich. Nun ging es los: Preisvergleiche, Überlegungen und dann der Gedanke, dass Moll ja eine Gebrauchtmöbelbörse im Internet hat. Infos dazu gibt es hier .

Als ich nachschaute, wurde ich gleich fündig. In Mannheim wurde ein Computertisch zum halben Neupreis und ein passender Schreibtisch älteren Jahrgangs zu einem guten Preis angeboten. Klar, eine weite Strecke, aber kein Zusammenbauen und beide Teile zugleich, das war in Ordnung.

Wir sind gleich am Abend hin und haben beides gekauft. Paulchen darf nun an Klaras Mollschreibtisch arbeiten und Klara hat zwei neue gebrauchte Teile. Die Verkäufer waren wegen unseres schnellen Handelns ziemlich verblüfft, hatten sie doch die Anzeige erst einen Tag zuvor ins Internet gestellt, aber was steht, das steht. Es gab dem ehemaligen Schreibtischbesitzer dann den Rest, als wir nach dem Einladen und Bezahlen gleich wieder losfahren wollten. "So geht das doch nicht", meinte er "einpacken, zahlen, weg!" Also, wir wieder rein in die Wohnung, Jacken ausgezogen, Füße unter den Tisch und noch mal in Ruhe ein Tässchen Kaffee getrunken und eine nette Unterhaltung geführt. Danach ging es dann gemütlich nach Hause. Wir kamen rechtzeitig, um noch mal mit derAfrican Queen bis an den Victoria See zu schippern. Ein gelungener Tag und ein angenehmer Abend in Mannheim und auf dem Sofa!

Dir Carola herzlichen Dank für den Tipp mit der Moll-Börse. Wenn Anne Marie ihren Schreibtisch braucht, werden wir wieder dort reinschauen. Ihnen liebe Buchbergers ein herzliches Dankeschön für das schnelle Herrichten der beiden Möbelstücke und für das nette Gespräch und den Kaffee. Gucken Sie ruhig mal bei uns vorbei, wenn sie unterwegs sind. Kaffee haben wir auch immer schnell fertig!

31.12.05

Mer hot dem Patekend det Neijohr gebrocht

Um irschte Doch im neue Johr,
kome, weil et Brauch su wor,
Pat un Got zum Kaffeetrenke
un ihr Patekend beschenke.

De Besuch, dot wor bekannt,
hot mer "Et Neijohr brenge" genannt.
Mir wusste ach, dass jedes Johr
beim "Neijohr" e klaaner Brezel bei wor.

Dot hot us Oma of en Gedanke gebrocht,
den hot se ach gleich wohr gemocht.
Hot net lang dovun verzallt
un beim Bäcker en gruße Brezel bestallt.
Hot ihr Kenner, ihr Enkel un all' ihr Lej,
fir Silvester nomedochs um drei
zum Kaffeetrenke igelore
un den Brezel ugebore.

Dot wor bei us vir fuffzisch Johr.
Un seitdem es in jedem Johr
un Silvester nomeddochs um drei,
beim Kaffee a grußer Brezel dabei.
Ihr sollt den Brezel ach mol sehj,
dem doun eisch auch e Bild dabei.

(Liesel Jacob in der Mundart von Salz)

Wir wünschen Euch allen ein gutes Neues Jahr!

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