5.12.04

Ehemalige Grube Holzappel

Holzappel und der Grubenlehrpfad

Holzappel liegt im Mittelpunkt der Hochfläche der Esterau, von Lahn und Gelbach jeweils nur 3 Kilometer entfernt an der Lahn-Ferienstraße (B417).

Bereits 959 war Esten, wie Holzappel ursprünglich hieß, Mittelpunkt einer die Esterau umfassenden Grundherrschaft und eines ausgedehnten Kirchspiels. Nach wechselnder Zugehörigkeit zu verschiedenen Herrscherhäusern (Nassau, Diez, Katzenelnbogen) wurde sie 1643 an den legendären Feldmarschall Peter Melander (1589-1648) verkauft, der als Heerführer im Dreißigjährigen Krieg zu Ehren und Geld gekommen war.
Melander von Holzappel war einer der bedeutendsten Männer unserer Heimat und einer der größten Feldherrn des Dreißigjährigen Krieges. Er soll einmal den Ausspruch getan haben: "Ich in ein Deutscher und dazu ein Westerwälder, was soviel heißt wie: zwei Deutsche!"
Seit der 2. Hälfte des 18. Jhd. erreichte die Esterau eine hohe Blüte, als die reichen Erzvorkommen des Holzappeler Bergwerks abgebaut wurden. Seit dem Mittelalter schon waren Stollen vom Gelbachtatl aus vorgetrieben worden, jetzt baute man senkrechte Schächte, die mit der sogenannten "Rosskunst" (Pferdegöppel betrieben wurden. Eine Zerkleinerungsanlage (Pochwerk), eine Erzwäsche und vier Schmelzöfen entstanden. 1785 zählte man 643 Beschäftigte, die aus den Ortschaften der näheren umgebung kamen. 1815 besuchte der Dichter Johann Wolfgang von Goethe das Bergwerk. Immer tiefere Schächte und Stollen wurden angelegt, schließlich hatte man mit der 25. Sohle eine Tiefe von 1067m erreicht. Wegen mangelnder Fündigkeit musste der Abbau 1952 eingestellt werden. Bis dahin waren 36 Stollen mit einer Gesamtlänge von 44km vorgetrieben worden. 17 Tages- und 8 Blindschächte waren abgeteuft worden. Gefördert wurden insgesamt 180.00t Blei, 360.000 t Zink und 130.000 kg Silber.- Heute zeugen nur noch zahlreiche rekultivierte Halden und mehrere Weiher, darunter der Herthasee, von der Holzappeler Grube.
Anfang des Grubenlehrpfades
Der Grubenlehrpfad startet an der B417 oberhalb der Dörnberg Hütte. Der Weg ist gut beschildert mit einigen informativen Schautafeln. Er eignet sich gut für einen Spaziergang am Nachmittag.

Von der Schautafel geht es bergauf und man läuft auf eine riesige Abraumhalde zu.

Alter Karbidberg

Karbid, Calciumcarbid, wurde im Bergbau in den sogenannten Karbidlampen als Brennmaterial eingesetzt. Karbid setzt unter Zugabe von Wasser Acetylen frei, das brennbar ist. Die Rückstände dieses Brennvorganges wurden gesammelt und auf einer Halde, dem Karbidberg abgekippt. Das Karbid ist teilweise als weiße Masse sichtbar.

Anne Marie in der Wasserrösche

Die Wasserrösche war zum Ableiten des hochgepumpten Wassers notwendig, das aus der Tiefe der Grube mittels Pferdekraft hochgepumpt wurde.

Eisblumen

Wir waren unterwegs bei frostigen Temperaturen.


Vor der Fledermaushöhle

Dieser alte Stollen ist gesichert und nicht zugänglich. Häufige Besucher sind heimische Fledermausarten.

Ende


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